Chronik des Diözesan-Exerzitienhauses Johannisthal


Überblick über 70 Jahre Diözesan-Exerzitienhaus Johannisthal:

AERA Johann Baptist Roeseneder (1936 - 26.07.1948)
AERA Johann Rösch (01.08.1948 - 15.04.1952)
AERA Msgr. Max Rackl (16.04.1952 - 31.08.1997)
AERA Johannes Lang (01.09.1997 - 28.02.2001)
AERA Msgr. Johann Schober (01.03.2001 bis jetzt)

 

 
  Das Tal der Gnade


Generalvikar Fritz Morgenschweis am 29. Juli 1973 im Regensburger Bistumsblatt zum 25jährigen von Johannisthal:

Man muss das Bild nicht erst von weit herholen. Wer einmal das wildromantische Waldnaabtal durchwandert hat und die Wasser sah, die sich in ungebändigter Kraft durch die granitenen Felsen zwängen, um zuletzt, geführt und gestaut, in die Turbinen des Kraftwerks zu stürzen, damit daraus Strom für Licht und Wärme wird, der begreift in Spiegel und Gleichnis, was nebenan im Exerzitienhaus Johannisthal geschieht, das nun seit 25 Jahren dem Tal einen neuen Namen und den Menschen neue Kraft für ihr Leben gibt: Das Tal wilder Romantik ist zum Gnadental geworden.

Ein Vierteljahrhundert rundet sich in diesen Tagen für das Tal der Gnade an der Waldnaab. Eines aber ist in der Vielfalt der Tagungen und Kurse und im Wechsel der zweieinhalb Jahrzehnte stets gleich geblieben: die wohltuende Atmosphäre von Herzlichkeit und Gastfreundschaft und der immer neu in Dankbarkeit empfundene Dienst derer, die, ob Priester, Schwestern oder Laien, den Gästen begegnen und dienen. … Und wie die Wasser von Johannisthal sich weiter sammeln und wandeln in Kraft, Licht und Wärme, so werden die Menschen, jung und alt, "umgeformt" in der Gnade, von hier aus in Kirche und Gesellschaft einbringen, worauf alle Zeit wartet: dass Gottes Licht sie erhelle und Gottes Kraft sie belebe.

Exerzitienhäuser sind Stätten des Schweigens, denn im Schweigen soll der Mensch in der heutigen Zeit des Hastens und Lärmens wieder zu sich selbst finden. Exerzitien wollen hinführen zu einem erfüllten Schweigen, in dem die Seele mit Gott spricht und so zu einer beglückenden Einheit wird; und so die Menschen, gestärkt im Glauben, hinausgehen als Apostel in eine ruhelose Welt.


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